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Die geheime Mission auf dem Messegelände

Hinter einer unscheinbaren Absperrung beginnt ein Weg, der mehr fragt, als er beantwortet.

Ein Ziel, das keinen Namen hat.

Das Messegelände lag still in der Nachmittagshitze. Nur das metallische Klicken der Drehkreuze und vereinzelte Stimmen aus der Ferne durchbrachen die Luft. Er war nicht allein. Zwei Gestalten begleiteten ihn. Irgendwie vertraut, und doch ohne Geschichte. Eine Nähe, die er nicht einordnen konnte. Fast wie ein Wort, das er kannte, ohne es je gehört zu haben.

Doch war da noch ein Dritter. Fremd und mysteriös. Wie ein Agent. Jeder Schritt, jede Bewegung schien auf einen Plan zu verweisen, den nur er kannte. Direkt hinter der Eingangskontrolle begann der verbotene Bereich, bewacht von Männern, deren Blick mehr wog als jede Schranke. Der Agent ließ keinen Zweifel offen: Das Ziel lag dahinter.

Exaktes Timing, keine Pause, kein Zögern. Als er den Schritt wagte, war der Moment wie berechnet. Ein kurzer Bruch in der Aufmerksamkeit und er war durch. Allein.

Drinnen roch es nach Staub und Metall. Zwischen Kabelrollen und schweren Werkzeugkoffern lag eine Handvoll Münzen, als hätte jemand sie absichtlich dort gelassen. Er hob sie auf, versuchte, sie in einer zu engen Tasche zu verstauen. Die Kanten drückten in den Stoff, rutschten wieder heraus. Er wollte den anderen mitteilen, dass er es geschafft hatte, doch seine Finger glitten über die falschen Tasten. Die Nachricht blieb unvollständig. Irgendetwas schien nicht so, wie es hätte sein sollen.

Plötzlich waren sie bei ihm. Keine Geräusche, keine Schritte. Nur ihre Anwesenheit, als wären sie schon immer da gewesen. Ohne zu verstehen, was geschehen war, setzten sie gemeinsam ihren Weg fort. Sie schlichen wortlos durch enge Korridore, wechselten durch Türen, bis sie einen Technikraum erreichten. Niemand hatte sie bemerkt. Erleichterung machte sich breit.

Sie nahmen Platz an einem Tisch. Der Raum war erfüllt von warmem Staub und einem tiefen Brummen, das ohne Unterbrechung ertönte. Aus dem Schatten trat eine Frau mit langen dunklen Haaren. Ihr Blick ruhte auf ihm, prüfend, aber ohne Härte. In ihrer Hand hielt sie eine kleine Karte, die sie wortlos vor ihn legte. Er verstand weder das Muster noch die Zeichen darauf, doch etwas daran fühlte sich richtig an. Als wäre diese Begegnung das eigentliche Ziel.

Der Agent erhob sich, die Frau verschwand. Keine Anweisung, kein Signal. Nur eine Bewegung, die den Aufbruch bedeutete. Sie folgten ihm still in einen Korridor, dessen Neonröhren unruhig flackerten.

An einer Kreuzung tauchte ein Wachmann auf, doch sie hatten den abgesperrten Bereich bereits verlassen. Er sagte nichts, musterte ihn jedoch mit einer Aufmerksamkeit, die zu schwer war, um beiläufig zu sein. Doch diesmal spürte er etwas anderes. Kein Zweifel, keine Angst. Nur ein Gefühl, das er nicht benennen konnte. Irgendwie vertraut und unvertraut zugleich.

Der Agent bog abrupt in einen Nebengang. Sie passierten eine Reihe leerer Kabinen, Türen halb offen, als hätte jemand mitten in einer Arbeit aufgehört. Auf dem Boden lag ein Blatt Papier, Linien ohne Erklärung, ein Plan ohne Legende.

Dahinter begann die Treppe. Lang, gerade, ohne Geländer, als sei sie nicht für Menschen gebaut. Mit jedem Schritt veränderte sich das Licht – von kaltem Neon zu einem warmen, fast flüssigen Schimmer. Etwas rührte sich in ihm, als würde ihn jeder Schritt zu etwas führen, das er nicht verstand. Noch nicht.

Er erwachte. Eingekauert in seine Decke, mit müden Augen, als hätte er nicht geschlafen. Etwas in der Realität hatte sich verschoben. Ohne sagen zu können, was genau er da spürte, stand er auf und notierte den Eintrag – so wie er es immer tat.